gazzena

Gesamtlänge: 320 m

Schwierigkeitsgrad: mittel-schwer

Dauer: ca. 2 Std.

 

Der Naturpfad Acquegrandi durchzieht einen der besterhaltendsten Landstriche der Timpa von Acireale. Sein Ausgangspunkt befindet sich neben der kleinen Kirche Madonna dell’Aiuto (erbaut 1769 – 1773), die an der gleichnamigen Via Madonna dell’Aiuto liegt. Dabei handelt es sich um ein enges, ländliches Sträßchen, das von hohen, mit Efeu und Stechwinden bewachsenen Trockenmauern aus Lavagestein begrenzt und entweder von Santa Caterina oder von Santa Maria delle Grazie aus zu erreichen ist.

An der Kirchenfassade ist die Inschrift Auxilium Christianorum zu lesen. Ein kleines asphaltiertes Sträßchen nimmt seinen Anfang an der Nordseite der Kirche; rechts und links von hohen Trockenmauern begrenzt, die von Zürgelbäumen, Eukalyptusbäumen, Olivenbäumen, Efeu und Stechpalmen-Kreuzdorn überwuchert sind, führt dieser Weg zu den Acquegrandi. Ab dem geöffneten Metalltor verläuft das Sträßchen weiter als holpriger Feldweg, neben dem, von einem Mauerwerk gestützt, ein Bewässerungskanal entlangführt. Wenig später trifft man auf eine riesige Flaumeiche und anschließend erreicht man eine leicht geneigte Ebene, die fast senkrecht in die Tiefe abfällt und auf diese Weise dem Betrachter einen weitläufigen Blick auf das Meer eröffnet: zur Rechten der Strand von Acquegrandi und zur Linken die mit Flaumeichen, wilden Olivenbäumen und Scharen von Pfeilrohren (Arundo pliniana) bewachsenen Hänge der Timpa di Don Masi. Das Weiteren ist dies für alle Vogelfreunde ein ausgezeichnetes Beobachtungsgebiet.

In der Nähe dieser mit einzelnen Johannisbrot- und Olivenbäumen bewachsenen Ebene befand sich einst, zur Zeit der Überfälle durch Piraten, einer der an der gesamten Küste verstreut gelegenen Überwachungspunkte. Eine Gedenktafel erinnert an den jungen Sporttaucher aus Catania, Matteo Mustica, der hier bei einem Tauchunfall auf tragische Weise ums Leben kam.

Um zum Meer zu gelangen, muss man über Steinstufen auf einem steilen und anstrengenden Weg hinabgehen, der zum Teil ein beträchtliches Gefälle aufweist. Dabei taucht man ein in eine bezaubernde Landschaft mit ihrem üppigen Bestand an hier heimischen Pflanzen (Ulmen, Zürgelbäumen, Feigenkakteen, Felsennelken, Wolfsmilch, Stechpalmen-Kreuzdorn, Spitzblättriger Spargel) und äußerst interessanten geologischen Geländeformationen. Der Strand erstreckt sich über mehrere hundert Meter und besteht im Wesentlichen aus Lavasteinen, die durch die Meeresbrandung abgerundet wurden. Hier kann man an der Wasseroberfläche die Quelle entdecken, die dem Ort seinen Namen gibt: Einst führte der Fluss reichlich Wasser, daher der Name Acquegrandi (= große Wasser).

Richtung Norden sieht man am Meeresufer Felsblöcke, deren Poren durch Korrosion von Meersalzen entstanden sind, und zahlreiche, an der Küste beheimatete Pflanzenarten (Levkojen, Kapernsträucher, Christusdorn, Meerfenchel). 200 m weiter befindet sich eine sehr bedeutsame Fossillagerstätte, die allerdings vom Land aus nur schwer zu erreichen ist.